Ermittlungen gegen Tagesspiegel-Reporter
Stellen Sie sich vor, wir würden Ihnen hier folgende Geschichte auftischen: Ein Berliner Kriminalhauptkommissar, nebenbei AfD-Kommunalpolitiker, steht der Querdenker-Bewegung nahe, wird wegen Missbrauchs des Notrufs 110 in einem Hotelstreit um die Maskenpflicht verurteilt – und zeigt einen Journalisten an, der darüber berichtet. Der Staatsschutz des LKA beginnt zu ermitteln – aber nicht gegen den Kollegen, sondern gegen den Journalisten: Der steht plötzlich im Verdacht der politisch motivierten Kriminalität, sein Beruf als festangestellter Redakteur eines großen, angesehenen Medienhauses wird als Tarnung eingeschätzt. Obendrein befragt das LKA den Journalisten kurioserweise als Beschuldigten und Zeugen zugleich. Unterdessen arbeitet der waffentragende Polizist, der als renitenter Verordneter in tumultartige Situationen verwickelt war, unbehelligt weiter.
Sie würden doch denken, wir hätten ein bisschen zu viel „Tatort“ geschaut, oder etwa nicht?
Tatsächlich ist es genau so passiert – und noch lange nicht ausgestanden. Betroffen ist unser Kollege Julius Geiler, und Alexander Fröhlich hat den unglaublichen, aber wahren Fall hier aufgeschrieben.