Schlechte Noten für Berliner Senat: Am besten schneiden zwei CDU-Senatoren ab
Die Zeugnisse für die Regierungsmitglieder, die unsere Leserschaft heute verteilt haben, sehen ziemlich bescheiden aus. Auch bei den Kommentaren wird kein Blatt vor den Mund genommen. Von Stefan Jacobs
Als Klassenverband erhält der Senat von Ihnen die Durchschnittsnote 3,9, wird also gerade noch versetzt, obwohl ihm 62 Prozent eine Vier oder schlechter gaben und nur drei Prozent eine Eins. Tenor der Beurteilungen: „Viel versprochen, wenig umgesetzt.“
Bei den Senator:innen schneidet das CDU-Personal mit 3,75 minimal besser ab als das der SPD (3,88). Die mit 3,5 besten Noten bekommen Joe Chialo und Stefan Evers. „Sympathisch, gute Ideen, falsche Partei“, schreibt jemand über den Kultursenator; ein anderer merkt an: „Hat Glück, auf der guten Vorarbeit Klaus Lederers aufbauen zu können. Könnte sich mehr für die freie Szene einsetzen, den Nährboden für Berlins Kultur.“ Über den Finanzsenator heißt es: „Undankbarer Job in Zeiten der Schuldenbremse“ und „Mathe gut, wenig Sozialkompetenz.“
Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) bekommt eine 3,6 und wird als „etwas still“ wahrgenommen; dasselbe gilt für Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) mit Note 3,7. Der Regierende Kai Wegner liegt mit Note 3,8 und der Anmerkung „besser als befürchtet“ im Mittelfeld. Ihm folgt Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mit 3,9, der manche die Koalition mit der CDU noch übelnehmen – oder sie dort ohnehin besser aufgehoben sähen. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erhält ebenfalls eine 3,9, aber ihr werden angesichts der schwierigen Ausgangslage mildernde Umstände zugestanden. „Miserabler Männergeschmack, aber gute Schulsenatorin“, schreibt jemand.
Die gleichen Noten erhalten für die SPD Innensenatorin Iris Spranger („Wo sind die Sporthallen, Schwimmtrainer, Vereine?“) und Bausenator Christian Gaebler („Ausbaufähig“). Am schlechtesten schneiden Ina Czyborra (SPD) und Ute Bonde (CDU) ab. „Arzttermine sind für akut leidende Kassenpatienten noch schwerer zu finden als Bürgeramtstermine“, merkt jemand zur Gesundheitssenatorin an, ein anderer erinnert an die verschnarchte Cannabis-Verordnung. Die noch neue Verkehrssenatorin „übernimmt den blinden Autolobbyismus ihrer Vorgängerin“, heißt es so und ähnlich in mehreren Kommentaren. Aber auch: „Wenn die CDU-Männer sie mal lassen würden, könnte für Berlin etwas Gutes rauskommen.“
Für den Fall der Fälle finden Sie hier die Nummern der Sorgentelefone, an denen Sie Rat und Hilfe bei schlechten Zeugnissen bekommen.