„Der Kapitalismus steckt uns im Hals“: Burger-Gate beim Landes-Parteitag der Berliner Linken

Genossen genossen auf dem Linken-Parteitag Burger-King-Burger! Auf Twitter entzündete sich daran ein Schlagabtausch – inklusive Konsum- und Systemkritik. Von Nina Breher

„Der Kapitalismus steckt uns im Hals“: Burger-Gate beim Landes-Parteitag der Berliner Linken
Foto: Burger King auf dem Berliner Hauptbahnhof. (Symbolbild) Imago/Rolf Kremming

Beim Linken-Parteitag in Friedrichshain ertappte mein Kollege Robert Kiesel Genossen in flagranti – beim Verzehr von Burger-King-Burgern. Skandal! Das Argument, als Teil der Arbeiter:innenklasse von günstigen Burgern abhängig zu sein (Twitter), ist dank Google Maps hinfällig: Nur wenige Meter weiter befinden sich zwei Dönerbuden (haben zudem bessere Bewertungen). Doch die Solidarität war entfacht, Fraktionsvize Tobias Schulze konterte mit dem notorisch dissidentischen DDR-Dramatiker Heiner Müller: „Wir stecken bis zum Hals im Kapitalismus!“ Da geht doch noch was! Wie wär’s mit einer auf die realpolitischen Snack-Verhältnisse aktualisierten Version? „Der Kapitalismus steckt uns im Hals!“

Vielversprechender war der klassische Ansatz des Landesverbandes selbst: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“ Anders ausgedrückt: If I can’t eat my burger, I don’t want to be part of your revolution. Damit der Burger nicht im Hals stecken bleibt, empfehlen wir übrigens Werder-Bremen-Korn – der müsste irgendwo im Bundestag zu finden sein, ein nicht namentlich genannter CDU-Abgeordneter sucht seine Flasche. Man sei „ernsthaft verzweifelt“, sagte eine Mitarbeiterin dem Spiegel. Wir sind es auch.