So stellen sich Berlins Grüne die Stadt in 40 Jahren vor
Baden in der Spree, null Emissionen und ein gemeinsames Bundesland Berlin-Brandenburg – die Grünen malen die Zukunft bunt. Eine Umfrage zum Vierzigsten.
Bis in den frühen Morgen feierten sie am Wochenende: die Grünen. 40 Jahre Partei-Existenz (und 30 Jahre Bündnis 90 im Osten). Das war selbst der CDU – eine, ähm, besonders delikate – Gratulation wert: eine Pizza Vegetaria alla Candela. Während viele Grüne mit einem Mix aus Wehmut und Stolz auf ihre Zeit in der Partei zurückblicken, üben wir vom Checkpoint uns in weiser Voraussicht. Wie stellen sich Berlins grüne Spitzenkräfte ihre Partei und die Stadt in noch einmal 40 Jahren vor? Eine Checkpoint-Umfrage:
Ramona Pop (Wirtschaftssenatorin): „Ihren 80. Geburtstag feiern die Berliner Bündnisgrünen mit einem erfrischenden Bad im Flussbad an der Spree, deren Wasser dann wieder unbelastet ist. In der 5-Millionen-Metropole werden CO2-Emmissionen der Vergangenheit angehören. Die Sonne liefert Energie auf Dächern und Fassaden. Zu unserem Fest kommen alle im gut ausgebauten, emissionsfreien und kostenlosen Nahverkehr, der Lieferverkehr ist automatisiert. An Silvester gibt es ein knallbuntes LED-Feuerwerk und wir weihen die erste Ströbele-Grundschule ein.“
Silke Gebel (Fraktionsvorsitzende): „Als agile Rentnerinnen werden Frau Pop, Frau Kapek und ich immer noch bei den Baumpflanzaktionen der Partei mit unserem Elektrolastenrad dabei sein. Die Partei hat erneut einen Vorstoß gemacht, Berlin und Brandenburg zu fusionieren. Die Parteizentrale ist auf das Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerkes umgezogen, wo ein ökosozialer Kiez entstanden ist.”
Monika Herrmann (Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg): „Ich bin nicht sonderlich optimistisch, was die nächsten 40 Jahre betrifft. Die starke Rechtsradikalisierung und die Klimakatastrophe bereiten mir große Sorgen. Ich bin in 40 Jahren 95 – seltsame Vorstellung. Wir Grünen werden zukünftig in Europa und Deutschland ein stärkeres politisches Gewicht haben. Unsere Themen werden auch in den nächsten Jahrzehnten der Erhalt der Demokratie, der Bürger*innenrechte und immer wieder die Umwelt sein. Und natürlich wird alles ganz anders sein als jetzt.“
Werner Graf (Landesvorsitzender): „Die Berliner Grünen haben Berlin radikal umgebaut. Die Straßen sind zum Tanzen da, Berlin versorgt sich autonom mit Erneuerbarer Energie und anstelle von Beton blüht die Stadt grün auf. Um die großen Fragen auch international zu lösen, haben sich Grüne in allen Metropolen zusammengeschlossen. So wurden die Klimakatastrophe verhindert, Geflüchtete solidarisch aufgenommen und ein sozial gerechtes Wirtschaftssystem geschaffen.”
Gratuliere – auch zu so viel Selbstbewusstsein!