Berliner Führungskräfte sollen sich „optional“ am Bürger orientieren
Die Kraft Berlins liegt in der Führungskraft; und dummerweise ist die Stadt auch hier nicht immer führend. Deshalb hat die Finanzverwaltung jetzt in einem Rundschreiben die Leitlinien „einer einheitlichen und verbindlichen Führungskräfteentwicklung im Land Berlin“ bekannt gegeben. Darin wird der Aufbau einer Führungsakademie im Herbst verkündet; ebenso die nun gültigen fünf Kernkompetenzen für Leiterinnen und Leiter in Ämtern und Landesbetrieben – diese sind: Personalentwicklungskompetenz, Strategische Kompetenz, Innovationskompetenz, Selbstentwicklungskompetenz sowie Repräsentations- und Netzwerkkompetenz. Das klingt zumindest konsequent kompetent. Die kompetentesten Verwaltungs-Influencer sind allerdings jene mit Kompetenzkompetenzen – diese werden am Ende des Dokuments als „optional“ aufgeführt. Demnach sollte eine Führungskraft in Berlin optional folgendes auch noch können – wir zitieren auszugsweise:
- setzt Prioritäten
- vereinbart klare und realistische Ziele
- bezieht gesellschaftliche Entwicklungen in Planungen ein
- zeigt Problembewusstsein, Eigeninitiative und Engagement
- steht informationstechnologisch bedingten und erforderlichen Veränderungen aufgeschlossen gegenüber
- richtet die Dienstleistungserbringung an den Leistungsempfängerinnen und Empfängern aus.
Fazit: Digitale Denke und Bürgernähe sind für alle Berliner Führungskräfte ab sofort optional vorgeschrieben. Das klingt irgendwie suboptional.