Wollen wir die Weihnachtsferien früher feiern?
Und wenn wir einfach früher Weihnachtsferien feiern? Was Nordrhein-Westfalen gestern beschlossen hat, will man sich in Berlin morgen lieber noch zweimal überlegen. Pankows Gesundheits- und Bildungsstadtrat Torsten Kühne (CDU) zeigt sich bei einer Checkpoint-Umfrage ausgewogen zwiegespalten: „Dafür könnte sprechen, dass Infektionen nicht direkt aus den Schulen in die Familienfeiern zu Weihnachten getragen werden. Das würde aber voraussetzen, dass die vorgezogenen Ferien zur häuslichen Absonderung genutzt werden.“ Kühne findet es daher „sinnvoller, die Ferien zu verlängern, damit umgekehrt Infektionen aus dem familiären Umfeld zu Weihnachten nicht danach in die Schulen getragen werden. Die Gefahr würde ich für größer einschätzen.“
Auch Landeselternsprecher Norman Heise will sich die Antwort mit Blick auf die Betreuungslage in den Familien nicht leicht machen: „Bei den einen wird es auf Zustimmung treffen und bei den anderen die Planung durcheinander bringen.“ Regina Kittler von den Linken würde zunächst gerne wissen, „was die Charité dazu sagt“. Und die Grünen-Politikerin Marianne Burkert-Eulitz warnt: „Es wäre ein Trugschluss, denn die Kids wären ja tatsächlich nicht in Quarantäne. Sie wären in der Stadt und im Land unterwegs. Die jungen Leute würden sich über eine zusätzliche Ferienwoche sicher freuen, aber die Großeltern schützt das nicht.“ Wieder was gelernt: Auf aktuelle Nöte gibt es nicht immer einfache Antworten. Immerhin macht es sich in Berlin niemand leicht.