Berliner Humboldt-Forum: Schwarz-Rot gibt 19,2 Millionen Euro für „Freiheits-Ausstellung“ aus
Zum 40-jährigen Jubiläum der friedlichen Revolution 2029 soll eine Ausstellung im Humboldt-Forum organisiert werden. Das Budget dafür wird in den Haushalt 2026/2027 eingerechnet. Von Christian Latz und Sönke Matschurek.
Freiheit gibt’s nicht umsonst. Aber was darf eine Ausstellung zum Thema Freiheit kosten? Mehr als 19,2 Millionen Euro, findet die schwarz-rote Koalition und will dafür diese Summe in den Doppelhaushalt 2026/27 einstellen. Mit dem Geld soll eine große „Freiheitsausstellung“ im Humboldt-Forum organisiert werden. Geplanter Start 2029 zum 40-jährigen Jubiläum der friedlichen Revolution.
„Dieses Glück des erfolgreichen Widerstands, die Freude über die Freiheit, die Erfüllung des Traums der deutschen Wiedervereinigung – dafür steht Berlin. Das kommunizieren wir über diese Freiheitsausstellung im Humboldt Forum in die ganze Welt“, sagt CDU-Fraktionschef Dirk Stettner. In den hohen Kosten sieht er kein Problem. „Große Ausstellungen, die zehn Jahre begeistern, kosten dieses Geld in der Entstehung. Sie sind diesen Aufwand in Vielfachem wert.“
„Das ist wahrscheinlich die teuerste Ausstellung, die es jemals gab“, hält Grüne-Kulturpolitiker Daniel Wesener dagegen. Es sei bizarr, dass Schwarz-Rot das Pferd von hinten aufzäume, schließlich habe dieselbe Regierung in ihren Koalitionsvertrag geschrieben, den Ausstieg aus dem Humboldt-Forum zu prüfen. „Man bewilligt Mittel für eine Ausstellung, bevor klar ist, wie die Zukunft des Humboldt-Forums aussehen soll und ob Berlin sich daran noch beteiligen wird.“ Was wo ausgestellt wird, hätten zudem die Einrichtungen zu entscheiden, nicht die Politik, findet Wesener. Und was denken Sie?