Wuppertals OB lädt Michael Müller ein, sich ein Bild von der Lage zu machen

Um vom Berliner Behördenchaos abzulenken, stichelte der Noch-Regierende in einem Interview gegen Wuppertal. NRW is not amused. Aus dem Checkpoint. Von Nina Breher und Thomas Lippold

Wuppertals OB lädt Michael Müller ein, sich ein Bild von der Lage zu machen
Wuppertal bietet Berlin Soforthilfe an beim Behördenchaos. Foto: Shotshop/Imago

Wir beginnen den Tag mit einer Einladung an Berlins Noch-Regierenden: „Ich lade Herrn Müller gerne ein, sich hier in Wuppertal mal umzuschauen, wie man mit extrem wenigen Ressourcen in vielen Bereichen eine funktionale Verwaltung herstellen kann“, sagt Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Grüne) am Checkpoint-Telefon. Das ist aber nett! Wie kam es dazu? Michael Müller (SPD) hatte sich in einem „Zeit“-Interview beklagt, Verwaltungschaos trete in Berlin nicht vermehrt auf, sondern werde bloß vermehrt berichtet. „Wer über das Versagen der Bürokratie berichten will, fährt doch nicht nach Wuppertal“, sagte er (CP von gestern).

Team Checkpoint war sofort alarmiert. Steht es so schlimm um Wuppertal? Sollen wir eine Delegation ins Bergische Land abstellen, sozusagen Amtshilfe leisten? Faktencheck-Anruf bei Müllers Amtskollege Schneidewind. „Das ernüchtert einen ein ganzes Stück“, kommentiert er Müllers Aussage. Auf seine Verwaltung sei er „stolz“, die laufe nämlich „hervorragend“, vor allem die Digitalisierung. Ein Schelm, wer einen Seitenhieb vermutet. Nur eines mache ihn Hauptstadt-neidisch: „Radverkehr in Berlin ist ein hochambitioniertes Programm, auf das wir durchaus mit einem gewissen Neid schauen.“