Vom Chaos zum Vorbild: Berliner Wahlexpertise international gefragt

Internationale Delegationen blicken nach Berlin: Wie organisiert man demokratische Wahlen professionell? Landeswahlleiter Stephan Bröchler hat Antworten parat. Von Jessica Gummersbach. 

Vom Chaos zum Vorbild: Berliner Wahlexpertise international gefragt
Foto: dpa / Carsten Koall

Ein bemerkenswerter Plot-Twist: „Die Berliner Wahlleitung ist als Ansprechpartner für die Organisation demokratischer Wahlen international gefragt“, schreibt Landeswahlleiter Stephan Bröchler auf Checkpoint-Anfrage. In diesem Jahr habe er bereits drei Delegationen empfangen – aus den Westbalkanstaaten, Indonesien und zuletzt aus Lateinamerika. Wahlleiter, Regierungsmitglieder und Journalisten interessiere, wie demokratische Wahlen professionell durchgeführt werden. „Wir leben nicht in Zeiten von Schönwetterdemokratie“, warnt Bröchler. Die Wahlorganisation stehe von außen durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine unter Druck, von innen durch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Wahlorgane.

Der nächste Dialog ist für den Spätsommer geplant: Gemeinsam mit dem Institut für Parlamentarismusforschung organisiert Bröchler eine Tagung in Kiel mit internationalen Gästen. Selbst könne er zu ähnlichen Formaten allerdings nicht ins Ausland reisen: „Das Stakkato von fünf Wahlen und einem Volksentscheid seit meinem Amtsantritt und die Reform der Berliner Wahlorganisation haben mir bisher keine Zeit gelassen.“