Hallo Michael, Andreas und Claudia! Die Vornamenanalyse der Kandidierenden für die Berlin-Wahl 2.0

Ein Blick auf die Vornamen der Kandidierenden für die Wiederholungswahl verrät: Diversität sieht anders aus. Auch bei den Nachnamen gibt es klare Tendenzen. Von Nina Breher und Helena Wittlich

Hallo Michael, Andreas und Claudia! Die Vornamenanalyse der Kandidierenden für die Berlin-Wahl 2.0
Herzlich wenig Diversität eröffnet ein Blick auf die Vornamen der Kandidierenden der Berlin-Wahl 2.0 Symbolbild: Imago/fossiphoto

Kommen wir zu einer besonders heißen Kartoffel: Vornamen. Spätestens seit der umstrittenen Vornamen-Abfrage der CDU nach Silvester spielen die eine besondere Rolle im Berliner Wahlkampf. Um das zu würdigen, haben wir die Kandidierendenliste des Landeswahlleiters nach den häufigsten Namen aller bei der Wiederholungswahl Antretenden (AGH und BVV) durchkämmt. Auf Platz eins der häufigsten Vornamen: Michael (52 Kandidierende heißen so), gefolgt von Andreas (44) und Christian (43), Alexander (37), Thomas (32), Martin (31), Frank (29) und Sebastian (28). Auf Platz 15 kommt dann endlich der häufigste Frauen-Vorname (Julia, 17-mal – ebenso wie Claudia und Sabine, Stephan, Peter und Tobias). Sieht aus, als habe nicht nur die CDU eine eindeutige, nun ja, Tendenz in ihren Vornamen – wobei je zehn Prozent in der CDU-Abgeordnetenhaus-Fraktion Christian oder Stephan/Stefan heißen, aber nur 1,13 bzw. 1,58 Prozent der für die Partei Kandidierenden. Die höchste Christian-Inzidenz aber hat mit Abstand die AfD (3,4 Prozent), anteilig die meisten Stephan/Stefan gibt es bei der SPD (1,52 Prozent).

Auch die Nachnamen sind wenig divers: Platz 1 teilen sich 18 Schmidts mit „dt“ (hinzu kämen streng genommen drei weitere mit „tt“), gefolgt von Hoffmann, Müller, Fischer und Richter. Der erste Name, der eine Migrationsgeschichte erahnen lässt, ist übrigens van Hove (Platz 44, alle drei für Bezirks-Linke). Bei den Landes-Kandidierenden machen die Stetzkowskis das Rennen. Beide Männer treten für „Die Partei“ an. Mit Vornamen heißen sie… Ach, lassen wir das.