Parteiinterne Vorwahlen für 2025 laufen: Grüner Wahlkampfmanager Audretsch tritt in Neukölln an
Audretsch organisiert die Wahlkampagne 2025 für Robert Habeck. Dem Checkpoint liegt exklusiv ein Brief mit Themen vor, die den Grünen wieder mehr Profil und Relevanz geben sollen. Von Robert Ide und Felix Hackenbruch.
Spätestens in einem Jahr hat Deutschland wieder die Qual der Wahl. Die parteiinternen Vorwahlen dafür sind schon in vollem Gange. So will Andreas Audretsch für die Neuköllner Grünen wieder in den Bundestag. „Es ist Zeit, dass wir mit neuer Klarheit deutlich machen, wer wir sind und sein wollen“, schreibt der 40-Jährige in einem Brief an seinen Kreisverband. Als Wahlkampfmanager der Grünen wird Audretsch, der zum linken Parteiflügel zählt, die Kampagne von Robert Habeck organisieren. Wie die inhaltlich aussehen könnte, deutet er in dem Brief, der dem Checkpoint exklusiv vorliegt, direkt an: „Steuerprivilegien für wenige, sehr reiche Menschen müssen wir abschaffen, Mieten müssen endlich ernsthaft reguliert werden und Löhne stärker steigen. Ich will, dass wir die soziale Frage neu stellen.“
Ob diese Agenda den derzeit orientierungslosen Landesverband, aus dem weitere junge Nachwuchskräfte wegen fehlender linker Politik austreten wollen (Details hier), wirklich beruhigen kann, bleibt fraglich. Ebenso, ob diese Forderungen zum Oberrealo Habeck passen. Zu Neukölln passen sie offenbar – hier tritt Audretsch bei der Mitgliederversammlung am Wochenende wohl ohne Gegenkandidat an. Und auch auf der umkämpften Landesliste der Berliner Grünen führt wohl kein Weg an ihm vorbei. Nach Familienministerin Lisa Paus dürfte Audretsch auf Platz 2 gesetzt sein – das Nachsehen hätte ein Grüner aus Pankow: Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar. Ihm bliebe nur die Wahl eines nächsten freien Platzes.