Wahlkampf mit allen Mitteln

zu Beginn der Woche schauen wir doch gleich mal auf die Checkpoint-Reihe „Wahlkampf mit allen Mitteln“, in den Hauptrollen heute: Grüne, SPD, CDU, FDP, AfD und Linke.

+ Die Grünen setzen auf Tiere – nachdem Bettina Jarasch bereits im Sommer ihr Reinigungsverhalten offenbart hatte („Ich mache morgens nur Katzenwäsche“), posierte sie jetzt mit dem dazugehörenden haarigen Subjekt.

+ Die SPD setzt auf Kinder – bei der Fraktionsklausur am Wochenende forderte Franziska Giffey den Bau einer pädiatrischen Klinik. An den Kosten von 300 Mio. Euro (plus Berlin-Zuschlag) sollen sich gefälligst auch der Bund und private Investoren beteiligen. (Was sonst noch besprochen und beschlossen wurde, hat unser Kollege Daniel Böldt hier zusammengefasst).

+ Die CDU setzt auf Ludwig XIV – gemäß dem Königsmotto „L'état, c'est moi“ verschickt Kai Wegner wieder offiziöse Briefe mit dem Berliner Wappenbär auf dem unparteiischen Umschlag („Wichtige Information zur Abgeordnetenhauswahl“), die aussehen wie die offizielle Wahlbenachrichtigung. Darin eine Warnung („Wir weisen darauf hin, dass diese Wahl noch vom aktuellen Senat organisiert wird“) und die Verheißung eines Neustarts: „Die einzige Partei, die das garantiert, ist die CDU.“

+ Die FDP setzt auf eine Koalition mit Hades – Sebastian Czaja verschickt seine Wahlbriefe jedenfalls auch an Tote. In einem dem Checkpoint bekannt gewordenen Fall ist die umworbene, namentlich angesprochene Wilmersdorferin nicht klassischerweise Witwe, sondern sogar bereits selbst vor sechs Jahren verstorben.

+ Die AfD setzt auf eine armselige Alliteration - Spitzenkandidatin Kristin Brinker warb auf einem Großplakat mit dem Spruch „Abschieben statt abschleppen“, und zwar direkt vor dem Ankunftszentrum Reinickendorf. Inzwischen wurde es, stilistisch passend, abgeräumt. (Mehr dazu und zu anderen Themen aus Reinickendorf berichtet unsere Kollegin Lisa Ersza Weil am Mittwoch in ihrem Bezirksnewsletter, den sie hier kostenlos bestellen können).

+ Die Linke setzt auf den Weltuntergang – der Parteivorstand um Spitzenkandidat Klaus Lederer hat nämlich festgestellt, dass es an Fachleuten und Wissen zur Bewältigung und Verhinderung der Klimakrise mangelt, und zwar „auf allen Ebenen“. Retten soll uns jetzt ein „gemeinwohlorientiertes Transformationszentrum“. (Die weiteren Punkte des Sofortprogramms beschreibt unser Kollege Robert Kiesel hier).

Alle sechs Spitzenkandidierende der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien treffen heute Abend ab 19 Uhr beim VBKI aufeinander – die Veranstaltung im Ludwig-Erhard-Haus ist zwar ausgebucht, wird aber auch per Livestream übertragen. Weitere Infos gibt’s hier.