Ehegattensplitting benachteiligt Frauen und generell Ostdeutsche

Tief im Westen, wo das Ehegattensplitting verstaubt – ist es da besser, als man glaubt? Auf jeden Fall lohnt es sich mehr als im Osten. Denn die gemeinsame Besteuerung mit einem meist besser verdienenden und oft mehr arbeitenden männlichen Ehepartner splittet viele Frauen überproportional vom Berufsleben ab – wie eine Studie des Bundesfamilienministeriums längst gezeigt hat: Demzufolge sind nur 39 Prozent der berufsqualifizierten Frauen zwischen 30 und 50 Jahren Vollzeit erwerbstätig – aber 88 Prozent der Männer. Ein eigenes Nettoeinkommen über 2000 Euro verdienten 2016 nur sechs Prozent der verheirateten Frauen (ganze Studie hier). Nicht nur, dass dieses Modell die Abhängigkeit von Frauen fördert, ihr Risiko von Altersarmut massiv erhöht und zuweilen Alleinerziehende stärker besteuert als Verheiratete ohne Kinder. Darüber hinaus wird auch in dieser Frage der Osten des Landes weiter abgesplittet: denn die Löhne sind hier niedriger, die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern kleiner – und damit der Steuerausgleich geringer. Das wirkt sich sogar so aus, dass der Osten teilweise das Ehegattensplitting für den Westen mitbezahlt, wie das Bundesfinanzministerium jetzt auf Anfrage der Linken einräumt (via Redaktionsnetzwerk Deutschland). Höchste Zeit, dass hier generell umgesteuert wird.