Kai Wegners Tennisgate

Was folgt nach dem Doppelfehler? Richtig: der mutige Netzangriff. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ging gestern in die Offensive: Es gebe für seinen Tennisausflug zu Beginn des größten Stromausfalls in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg keinen Grund zur Entschuldigung, sagte er. Zuvor hatte es in einer Schalte der CDU-Fraktion nur leichte Kritik, vor allem aber viel Rückendeckung für Wegner gegeben.

Die SPD-Granden in der schwarz-roten Koalition distanzierten sich dagegen gestern deutlich. „Ich kann es nicht ganz nachvollziehen“, sagte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. SPD-Fraktionschef Raed Saleh sprach von einem „unverständlichen Umgang des Regierenden Bürgermeisters mit dieser Krise“.

An einen Bruch der Koalition denkt in der SPD freilich niemand – es wäre auch vermessen. Wegner hat einen Fehler gemacht, als er zu einem Zeitpunkt, an dem für viele das Ausmaß der Katastrophe längst klar war, auf den Tennisplatz ging.