Kein Schwimmkurs für die, die ihn am nötigsten bräuchten

An einer Schule im Süden Berlins fällt der Schwimmunterricht für viele Drittklässler aus. Mitgeteilt wurde das den Ausgeschlossenen auf äußerst indiskrete Weise. Von Ann-Kathrin Hipp

Kein Schwimmkurs für die, die ihn am nötigsten bräuchten
Foto: Federico Gambarini/dpa

Während Berlins Elternvertreter dem weiteren Pandemieverlauf mit Sorge entgegensehen (LEA-Vorsitzender Norman Heise: „Die Schulen sind nicht besser vorbereitet als im März.“) fällt der Schwimmunterricht an der Carl-Sonnenschein-Grundschule in Mariendorf bereits ins Wasser. Weil das Nichtschwimmerbecken im Ankogelbad gesperrt ist, hat man beschlossen, DrittklässlerInnen mit wenig oder keiner Schwimmerfahrung bis auf Weiteres vom Unterricht auszuschließen. Via Mail sei man über die Maßnahme informiert worden, sagt Matthias Bothe, Vater eines betroffenen Kindes. „Dort stand im ersten Absatz etwas von Handtuch mitbringen und den Mundschutz nicht vergessen, und dann ganz beiläufig im zweiten Absatz: Folgende Kinder können jedoch nicht teilnehmen. Und die wurden auch noch namentlich aufgezählt.“ Seine Tochter (& rund 20 andere) hätten dann frei. Das ist wie, „wenn einige Kinder der Klasse noch kein Englisch können und einige schon, und plötzlich sagen die Lehrer, ich arbeite aber lieber mit denen, die es schon können“. Von Seiten der Schulleitung heißt es auf Checkpoint-Anfrage: „Die Gefahr des Ertrinkens ist zu hoch. Ein sicherer Schwimmunterricht muss über allem stehen. Wie lange das geht, werden wir sehen.“