Stadträtin lehnt Checkpoint-Trophäe „Die Blechtonne“ ab
Den zunehmenden Müllmeldungen werde nachgegangen, etwa mit Aktionstagen. Wie viel Abfall dabei gesammelt wurde, blieb dennoch unklar. Von Lorenz Maroldt.
Ordnungsstadträtin Christiane Heiß lehnte gestern die Annahme der von uns gerade erst verliehenen Checkpoint-Trophäe „Die Blechtonne“ ab. Ihr Büro (übrigens sehr freundlich) reichte stattdessen einige Statistiken ein. Demnach stieg innerhalb von vier Jahren die Zahl der Unordnungsmeldungen von 5.750 auf 29.596. Allerdings wird zuweilen ein einziger Müll-Ort 50 Mal gemeldet, bis die Sache erledigt ist – und je bekannter die Ordnungsamts-App wird (u.a. durch den Checkpoint), desto mehr wird sie auch genutzt.
Das Rätsel der fehlenden Kubikmeter in TS (als einziger Bezirk k.A., CP v.15.2.) konnten wir gestern nicht lösen – aber einer Erklärung für die berlinweit absurd niedrige Zahl von Bußgeldverfahren („keine Ermittlungsansätze“) kamen wir durch einen Tipp aus Steglitz-Zehlendorf auf die Spur. Eine Leserin berichtete uns, dass zwar der gemeldete Sperrmüll (Herd, Kühlschrank, Bank, Regal) zügig eingesammelt wurde; einen Hinweis auf den Verursacher (wurde beobachtet) wollte das Ordnungsamt aber nicht aufnehmen, die klassische Begründung: Unzuständigkeit.
Die immer größer werdenden Schrottbergen auf den Straßen versuchen einige Bezirke (u.a. Mitte und Tempelhof-Schöneberg) an „Sperrmüllaktionstagen“ abzutragen – mit wechselndem Erfolg. Die „Eigenverantwortung“, die der Regierende Bürgermeister so gerne beschwört, endet eben leider für viele Leute beim Nachfüllen der persönlichen Biervorräte. Wäre es da nicht besser, die BSR würde nach einem festen Plan auf Kosten der Bezirke (oder des Landes Berlin) von sich aus abholen, was niemand mehr haben will?