Doppelter Jahreswechsel: Warum Berlin zwei Feiern mit zwei Feuerwerken plant

Am Brandenburger Tor prallen zum Jahreswechsel unterschiedliche Interessen aufeinander: Staatlich geförderte Party trifft auf selbstorganisierte Kultur-Demo. Von Jessica Gummersbach und Saskia Kabelitz.

Doppelter Jahreswechsel: Warum Berlin zwei Feiern mit zwei Feuerwerken plant
Foto: dpa / Jörg Carstensen

zum Jahreswechsel gibt’s den Doppel-Wumms: Aktuell werden weiter zwei große Silvesterpartys geplant – nebeneinander.

Aber von vorn: Die Förderung der traditionellen ZDF-Sause wurde ja gestrichen, auf Partybilder am Brandenburger Tor wollte man aber offenbar nicht verzichten. Und so präsentierte der Senat gestern die Pläne für „Yeah 26“: Eine kostenlose Party mit riesigem Dancefloor und Auftritten von bekannten DJs für 20.000 Menschen. Das Feuerwerk (7,5 Minuten) wird im Ersten übertragen. Kosten: 590.000 Euro. Das meiste Geld kommt von der Lottostiftung (290.000), der Rest von Senatskanzlei, Wirtschafts-, Innen- und Kulturverwaltung.

Ein Bündnis aus Kulturschaffenden plant bereits seit Monaten eine eigene Party bzw. Großdemonstration gegen die Einsparungen im Kulturbereich – ebenfalls vor dem Brandenburger Tor, mit 100 DJs, 20 Bühnen und eigenem Feuerwerk (10 bis 15 Minuten). „Yeah 26“ ändere nichts an den Vorbereitungen, sagt Co-Organisator Holger Werner vom Verein Warriors auf Checkpoint-Anfrage: „Wir machen unsere Demonstration.“ Die Route lasse man derzeit juristisch absichern. Eine friedliche Koexistenz der Partys scheint unwahrscheinlich: Die Planungen des Senats seien laut Werner ein „Angriff auf unsere Demokratie“.