Digitalstrategie des Berliner Senats hat leichte Bugs: In Mitte kommen Anwohner fünf Wochen schneller an Parkausweise, wenn sie sie analog beantragen
Der Senat stellt fest, dass die Onlineanträge für Parkausweise gut angenommen werden. Doch zum Erledigen brauchen einige Bezirke mehr Zeit als andere – ganz besonders Mitte. Von Lorenz Maroldt.
Nach dem alten DDR-Motto „Überholen, ohne einzuholen“ (Walter Ulbricht, Berlin, 1957) richtet der Senat jetzt auch seine Digitalstrategie aus: Angeblich reichten Eltern im vergangenen Jahr 77.000 Anträge auf Ausstellung einer Geburtsurkunde online ein – geboren wurden im selben Zeitraum allerdings nur 37.570 Kinder.
Stolz verweist der Senat auch auf den Anteil digital gestellter Anträge für Anwohnerparkausweise – das sind 75 Prozent. Ok, aber wie lange müssen die Antragsteller dann noch auf ihre Vignette warten? Das hat der Checkpoint jetzt mal die Bezirksämter gefragt. Das Ergebnis: In der Regel zwischen vier bis fünf Tagen (Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf) und maximal drei Wochen (Pankow). Einzige Ausnahme: Mitte. Hier beträgt die Bearbeitungsdauer für online gestellte Anträge zehn lange Wochen. Es gibt aber einen Trick: Altmodisch auf Papier eingereichte Analoganträge sind schon nach fünf Wochen zustellungsreif. Es kommentiert unser Gastautor Bill Gates: „Das Internet ist nur ein Hype.“