Berliner Pläne zum Sitzenbleiben ernten scharfe Kritik

In den Schulen formiert sich ein ungewöhnlich breiter Widerstand gegen das Sitzenbleiben für alle – die Schulleitungs-Verbände protestieren geschlossen. Von Anke Myrrhe

Berliner Pläne zum Sitzenbleiben ernten scharfe Kritik
Foto: Bernhard Classen/Imago

In den Schulen formiert sich derweil ein ungewöhnlich breiter Widerstand gegen das Sitzenbleiben für alle. Eine entsprechende Gesetzesänderung hatte die Koalition am Donnerstag im Schulausschuss mit Blick auf den Corona-Jahrgang beschlossen: Alle Schülerinnen und Schüler sollen bis zur 10. Klasse freiwillig das Jahr wiederholen können. Dagegen sprechen sich nun alle Verbände der Schulleiterinnen und Schulleiter aus, von Sekundarschulen, Berufsschulen, Grund- und Oberschulen bis zum Gymnasium.

In ungewohnter Eintracht werden sie heute mit der Gewerkschaft GEW eine Protesterklärung veröffentlichen. Denn: Wie sollen die Schulen die vielen zusätzlichen Kinder unterbringen? Wer soll sie unterrichten angesichts des immer noch dramatischen Lehrermangels? Zudem ist die Sorge groß, dass gerade die falschen von diesem gut gemeinten Instrument Gebrauch machen – jene, bei denen die Eltern wollen, dass sie ihre Noten verbessern, und nicht jene, um die sich seit fast einem Jahr kaum jemand kümmert. Ralf Treptow, Vorsitzender der Oberstudiendirektoren, kommentiert in einem Gastbeitrag für den Tagespsiegel: „Bildungspolitisch und schulorganisatorisch eine Katastrophe.