Der lange Weg zur Fahrradstadt
Berlin soll zur Fahrradstadt werden, das ist erklärtes Ziel des Senats. Auch Fußgänger sollen vom Umbau der Stadt profitieren. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, zeigt ein Blick auf die Zahl der Verkehrstoten 2018. 44 Menschen kamen im Berliner Straßenverkehr ums Leben, das sind acht mehr als 2017. Die am stärksten gefährdete Gruppe sind die Fußgänger: Sie machen 18 der Toten aus. Dahinter kommen die Fahrradfahrer. Elf von ihren verloren im vergangenen Jahr durch Unfälle ihr Leben.
Doch auch was die Fahrradinfrastruktur betrifft, ist noch viel zu tun. Zwar wurden 2017 aus dem Fahrradbügel-Programm der Verkehrsverwaltung in acht Bezirken insgesamt circa 2000 Fahrradstellplätze errichtet (davon 770 (!) in Tempelhof-Schöneberg), doch in einigen Bezirken kann das Geld nicht ausgegeben werden (Q: Antwort des Senats auf Anfrage von MdA Stefan Taschner (Grüne)). Warum? Sie ahnen es vielleicht schon, richtig, Personalmangel! „Die Erhöhung der Zahl an Fahrradabstellanlagen ist das erklärte Ziel des Bezirksamts, Haupthindernis sind vor allem fehlende personelle Ressourcen“, meldet Charlottenburg-Wilmersdorf exemplarisch. Aus Steglitz-Zehlendorf heißt es: „Der zuständigen Fachabteilung im Bezirksamt wurden noch weitere Standorte für Radabstellanlagen vorgeschlagen, die noch geprüft werden müssen. Diese Prüfung konnte auf Grund fehlender personeller Kapazitäten noch nicht realisiert werden.“ Kommen Fachkräfte, kommen Radbügel. Vielleicht.