Berlins Ex-Baudirektorin blickt skeptisch auf ihre Nachfolgerin

Regula Lüscher, frühere Senatsbaudirektorin, zeigt sich verwundert über die Wahl Petra Kahlfeldts. Die SPD unterschätze die Erwartungen der Bevölkerung, sagt sie. Von Lorenz Maroldt

Berlins Ex-Baudirektorin blickt skeptisch auf ihre Nachfolgerin
Regula Lüscher, Jahrgang 1961, war bis Ende vergangenen Juli Senatsbaudirektorin von Berlin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Foto: Stefan Zeitz/Imago

Verwundert blickt auch Ex-Senatsbaudirektorin Regula Lüscher von Zürich ausauf das Berliner Geschehen – in einem Interview mit „swiss-architects.com“ sagt sie über ihre Nachfolgerin Petra Kahlfeldt:

+ „Mich hat überrascht, dass mir eine Person nachfolgt, die sogar noch älter ist als ich. Jemand Jüngeres hätte neue Verbindungen mitgebracht. Das wäre eine große Chance gewesen.“

+ „Überrascht bin auch insofern, als ich mit einer verwaltungserfahrenen Persönlichkeit gerechnet hätte. Bevor ich nach Berlin kam, habe ich Erfahrung im Zürcher Amt für Städtebau gesammelt. Doch dann musste ich preußische Verwaltung lernen. Das war sehr schwierig. Von daher weiß ich nicht, ob eine Professur eine ausreichende Vorbereitung ist.“

+ „Mich verwundert, dass sich die Kritik so sehr gegen Petra Kahlfeldt richtet, aber kaum gegen Giffey und die SPD.“

+ „Ich sehe die Qualität der Beteiligungsprozesse gefährdet. Ob dieses Know-how bei meiner Nachfolgerin vorhanden ist, weiß ich nicht. Ich bin mir da unsicher. Was die Politik angeht, glaube ich, dass die SPD die Erwartungen der Bevölkerung ziemlich unterschätzt.“

Das Interview, in dem Regula Lüscher u.a. erzählt, mit welcher Geheimdiplomatie sie damals in Berlin Senatsbaudirektorin wurde, finden Sie hier.