Lieferschwierigkeiten und technische Probleme: Berlins mobile Bürgerämter können nur selten zu den Menschen kommen

Für mehr Service stehen in vier Bezirken Koffer zur Verfügung, die das Bürgeramt mobil machen. Wegen ihres Alters erfolgt eine Neuanschaffung der Geräte. Doch die verzögert sich. Von Robert Ide.

Lieferschwierigkeiten und technische Probleme: Berlins mobile Bürgerämter können nur selten zu den Menschen kommen
Immer noch gilt, dass die Berliner:innen zum Amt gehen müssen und nicht umgekehrt. / Foto: IMAGO/Karl-Heinz Spremberg

Wir haben noch einen Koffer in Berlin – nun ja, eigentlich sind es sogar neun, wie Berlins Digitalisierungschefin Martina Klement zu berichten weiß. In ihrem Fortschrittsbericht zu digitalen Bürgerämtern zählt sie „bislang neun Bürgeramtskoffer in insgesamt vier Bezirken“. Mit denen können Dienstleistungen auch außerhalb der Amtsstuben ausgeführt werden. Eine Reisepass-Beantragung würde also in der Theorie direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern reisen, sodass diese dafür nicht zum Bürgeramt gehen müssten. In der Praxis allerdings sind Berlins mobile Bürgerämter derzeit immobil.

So verkündet Klement: „Aufgrund des Alters der Koffer wurde in mehreren Bezirken die Neuanschaffung beauftragt“, etwa in Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick. Allerdings gebe es „Lieferschwierigkeiten bei der Bundesdruckerei“ sowie „technische Schwierigkeiten mit Einzelkomponenten, welche den Einsatz von mehreren Koffern verhindern“.  Mit Berlins Reisepasskoffern stimmt also was nicht – und abgesehen davon weist Klement darauf hin: „Vorrangig bleibt es das Ziel, zunächst das Angebot an stationären Bürgerämtern und damit das Terminangebot zu erhöhen.“ Derzeit müssen Berlinerinnen und Berliner im Schnitt 30 Tage auf einen Termin warten. Vielleicht ist es am Ende mit den Bürgeramtskoffern also wie mit den vielen liegen gebliebenen Gepäckstücken am Flughafen BER. Irgendwann erinnert man sich wieder an sie, vielleicht aber auch nicht.