Bootsdemo ohne Abstand und Anstand
„Demonstration“ haben die bis zu 1.500 Menschen in Berlin am Wochenende eine Techno-Party mit Paddelbooten zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg genannt. Offiziell hatten die InitiatorInnen „Rebellion der Träumer“ dazu aufgerufen, auf die bedrohte Lage von Berliner KünstlerInnen und Kultureinrichtungen aufmerksam zu machen. De facto ersetzten Musik und Bier Mundschutz, Abstand und jeglichen Anstand – Abschlusskundgebung vor dem Vivantes-Klinikum am Urban inklusive. „Die Demo war in vielerlei Hinsicht ein Fehler und konterkarierte die Bemühungen vieler anderer Initiativen, die sich nachhaltig für eine inklusive und vielfältige Gesellschaft einsetzen. Die beteiligten Organisatoren haben in ihren Statements dies auch eingesehen und werden aus dem letzten Wochenende sicherlich einige Lehren ziehen“, sagt Clubcommissionchef Lutz Leichsenring auf Checkpoint-Anfrage. Alle, die mit an Bord waren, bittet die Clubcommission, „ihre sozialen Kontakte in den nächsten 14 Tagen auf ein Minimum einzuschränken“. Schadensbegrenzung, damit das gekenterte Boot nicht endgültig sinkt.