Umbenennung des U-Bahnhofs „Mohrenstraße“ braucht „lange Zeit“

Der Bezirk prüft, ob der umstrittene Name geändert wird. Das dauert wegen der „partizipativen Prozesse“. Nun wird eine Ausstellung geplant. Aus dem Checkpoint. Von Ann-Kathrin Hipp 

Umbenennung des U-Bahnhofs „Mohrenstraße“ braucht „lange Zeit“
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Während in anderen Ländern die Statuen von Sklavenhändlern ins Meer geworfen werden, steht in Berlins historischer Mitte noch immer eine U-Bahn-Station mit dem Namen „Mohrenstraße“. Aus aktuellem Anlass haben wir mal wieder beim Bezirksamt Mitte nachgefragt, wie der Vielleicht-Umbenennungs-Stand ist. Sprecher Christian Zielke antwortet amtsdeutsch: „In Mitte wird keine Entscheidung getroffen ohne partizipative Prozesse. Darum dauern die Umbenennungen auch lange Zeit. Das Bezirksamt hat es sich zum Ziel gemacht hat, den Diskussionsprozess sehr breit zu führen und mit einem ebenso breiten Informationsangebot zu koppeln. Die Mittel für eine Informationsausstellung wurden im jetzigen Doppelhaushalt eingestellt, mit der Konzeption ist bereits begonnen worden.“ Zur Erinnerung: Ein Lern- und Erinnerungsprojekt „Leo“ wurde im afrikanischen Viertel bereits 2013 ins Leben gerufen. Damals sagte Koordinator Yonas Endria optimistisch: „Irgendwann gelingt es uns auch noch, dass der U-Bahnhof Mohrenstraße endlich umbenannt wird.“ Im Januar 2016 gab es in dem Dauerstreit übrigens einen ganz einfach umsetzbaren Vorschlag für eine Umbenennung.