Literarische Lücken: Buchhandlungen in Berlin ungleich verteilt

Laut Adressbuch des Buchhandels 2024 gibt es allein in Pankow etwa 45 Läden. Marzahn kommt nur auf fünf Buchhandlungen, doch das Bezirksamt kennt die Gründe und will dagegen vorgehen. Von Jessica Gummersbach

Literarische Lücken: Buchhandlungen in Berlin ungleich verteilt
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Nicht zuletzt unsere Ferienserie „Seitenweise Sommer“ (heutiger Lesetipp weiter unten) zeigt: Berlins Kiezbuchhandlungen sind sehr beliebt – und ausgesprochen ungleich verteilt. Laut Adressbuch des Buchhandels 2024 führt Mitte mit 49 Läden, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf und Pankow (je 45), Friedrichshain-Kreuzberg (41), Tempelhof-Schöneberg (33), Steglitz-Zehlendorf (31), Treptow-Köpenick (13), Lichtenberg und Neukölln (je 12), Reinickendorf (8) und Spandau (7). Schlusslicht ist demnach Marzahn-Hellersdorf mit nur fünf Buchhandlungen.

Dort liegen die Gründe in einem „Mix aus stadtplanerischer Vergangenheit, vergleichsweise niedriger Kaufkraft und Mangel an geeigneten Gewerbeflächen für Kleingewerbe“, schreibt das Bezirksamt auf Checkpoint-Anfrage. Marzahn-Hellersdorf sei kaum auf kleinteiligen Einzelhandel ausgelegt, abseits der Einkaufszentren fehle die Laufkundschaft. Trotzdem: „Wir würden uns mehr Buchhandlungen wünschen.“ Die Nachfrage sei da, das zeige die rege Nutzung der Stadtteilbibliotheken. Man setzt auf die Stärkung der Zentren: Perspektivisch könnten beispielsweise im Zentrum „Helle Mitte“ Leerstand mit „literarischen Events“ belebt werden – in der Hoffnung, dass etwas Langfristiges daraus wird.