„Ich schäme mich so“: Ärger über Müll und Silvesterreste am Holocaust-Mahnmal in Berlin
Das Reinigungsteam, das sich eigentlich täglich um das Holocaust-Mahnmal kümmern soll, stößt auf unerwartete Schmutzfinken. Jetzt greifen Freiwillige zu Besen und Handfeger. Von Jessica Gummersbach und Valentin Petri.
Mulmig wird vielen Passantinnen und Passanten am Holocaust-Mahnmal in Mitte: Zwischen den Stelen liegt Müll, vereinzelt sieht man Reste von Silvesterfeuerwerk. „Ich schäme mich so dafür, dass das Mahnmal nicht in Ordnung gehalten wird“, sagt Checkpoint-Leserin Brigitte Sens und will das Aufräumen selbst übernehmen, zweimal pro Woche, mit Besen und Handfeger, begleitet von einem Freund. „Ich weiß nicht, wie lange das dauert, aber es ist mir egal“, sagt sie. „Ich mach das einfach.“ Wer will, könne sich anschließen (wir vermitteln gern).
Bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist das Problem bekannt. „Wir haben ein Reinigungsteam und das geht täglich dadurch“, sagt eine Sprecherin auf Checkpoint-Anfrage. „Aber das Areal hat 19.000 Quadratmeter und ist sehr vereist.“ In letzter Zeit käme es auch häufiger vor, dass Vögel Abfall aus Mülleimern am Rande des Mahnmals picken und zwischen die Stelen schmeißen. Gegen Aufräuminitiativen habe man nichts einzuwenden. Im Gegenteil: „Wir versuchen das natürlich selbst hinzubekommen, aber ehrenamtliche Hilfe ist immer willkommen.“