Von Gin zu Gin beim Hoffest: Die lange Nacht des Regierenden Bürgermeisters Wegner
Der Regierende Kai Wegner (CDU) dürfte heute ziemlich müde, aber auch ein bisschen aufgekratzt sein. Beim dritten Hoffest seiner Amtszeit drehte er in der Nacht so richtig auf. Der Checkpoint gibt einen Einblick. „I just can‘t get enough“– oder so ähnlich. Von Lorenz Maroldt und Stefan Jacobs.
falls Sie heute den Regierenden Bürgermeister treffen: Seien Sie nachsichtig – er dürfte ziemlich müde, aber auch ein bisschen aufgekratzt sein. Beim dritten Hoffest seiner Amtszeit drehte Kai Wegner in der Nacht so richtig auf. Um 1:36 Uhr holte er sich an der Kellerbar im Roten Rathaus noch einen Gin Tonic, prostete fröhlich in die Runde und wackelte gleich darauf zu „I just can‘t get enough“ mit den Hüften.
Dabei wäre Wegner kurz zuvor nach einer kleinen Tanzpause beinahe nicht zurück auf seine eigene Party gekommen – der Türsteher hatte ihn nicht erkannt. Wegners Sicherheitsleute regelten die Sache, und weiter ging’s für den Regierenden auf der Tanzfläche: „Samba de Janeiro“, „Free from desire“, „Über den Wolken“…
Eröffnet hatte Wegner das Fest am frühen Abend mit vielen Dankeschöns – und dem obligatorischen Seitenhieb auf Markus Söder: Sagte er im vergangenen Jahr über den bayerischen Ministerpräsidenten noch, in Berlin funktioniere vieles, „wovon er gar keine Ahnung hat“, rief Wegner diesmal, Söder werde „auch irgendwann mal begreifen, dass er sich nicht mit Berlin messen kann.“ Das gilt für Wegner selbstverständlich vor allem in Bezug auf die Olympiabewerbung: „Ich möchte nicht erleben, dass Berlin auf Platz zwei hinter München steht. Da gehört Berlin nicht hin.“
Was Wegner nicht verhindern konnte: dass zu Beginn der Andrang beim Münchner Hofbräu-Stand deutlich größer war als bei Berliner Pilsner und Berliner Kindl (was über Schultheiss zu sagen ist, steht heute im „Zitat“ weiter unten).
Nach der Eröffnung zog es Wegner mit seiner Partnerin, der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, zur Hauptbühne, wo beide beschwingt zum Song „Wunder“ von Dagobert Weiß & Band wippten: „Was immer du dir wünschst, es erfüllt sich irgendwann.“ Nun denn.
Irgendwann nach Mitternacht landeten K.u.K. Arm in Arm im Partykeller, noch zwei Gin Tonic, noch mehr Selfies. Dann war für Kathi Schluss. Kai blieb noch ein bisschen, aber um 2:10 Uhr hatte auch er genug: Der DJ spielte gerade Pink Floyd, „Leave us Kids alone“, als Wegner aus dem Keller auftauchte. Um 2:41 Uhr schüttelte er den verbliebenen Polizisten und Sicherheitskräften die Hände, bedankte sich und verließ das Fest durch den Notausgang. Im Keller lief gerade Echt: „Es ist vorbei, bye bye Junimond, es ist vorbei…“
Übrigens: Innensenatorin Spranger wurde nicht am Stand der Spielbank gesehen (ich wiederhole: nicht! Nicht davor, nicht dahinter, nicht daneben) – Berlinkenner, Checkpointleser und Medienanwälte wissen, was das bedeutet (alle anderen können hier nachschauen).