Polarisierende Präsidentschaftswahl im EU-Land: Rumänische Community in Berlin stimmt für Europa

Bei der Präsidentschaftswahl in Rumänien kann der pro-europäische Nicușor Dan auf die Stimmen der rumänische Community in Berlin zählen. Deutschlandweit erhielt der nationalistische Kandidat George Simion jedoch deutlich mehr Zuspruch. Von Robert Ide und Isabella Klose

Polarisierende Präsidentschaftswahl im EU-Land: Rumänische Community in Berlin stimmt für Europa
Foto: IMAGO / Alex Nicodim

Auch international gibt es hoffnungsvolle Meldungen. Leider nicht aus der Ukraine (wo Russlands Kriegspräsident Putin weiterhin das Zivilleben des Nachbarlandes bombardiert, während er mit US-Präsident Trump über angebliche Friedensabsichten telefoniert) und leider nicht aus dem Nahen Osten (wo Israels rechte Regierung den Gazastreifen zerbombt und aushungern lässt und damit alle Solidarität nach dem schrecklichen Massaker der Hamas zu verlieren droht) – aber aus Rumänien. Hier hat trotz massiver russischer Einflussnahme der pro-europäische Kandidat Nicușor Dan überraschend die Präsidentschaftswahlen gegen den Ultrarechten George Simion gewonnen, in Bukarest feierten die Menschen das Ergebnis mit Sprechchören: “Russland, Russland – Rumänien gehört nicht dir“.

In Berlin leben etwa 30.000 Menschen mit rumänischer Staatsangehörigkeit; viele von ihnen arbeiten in prekären Verhältnissen. Im Berliner Wahllokal verlief die Wahl bis auf einige verbale Auseinandersetzungen ruhig; hier entfielen 1790 Stimmen auf Dan und 1524 auf Simion. Deutschlandweit erhielt der nationalistische Simion allerdings 68 Prozent der Stimmen der Diaspora, dies ist das höchste Einzelergebnis für diesen Kandidaten überhaupt. „Er steht für einen klar nationalistischen Weg seines Landes und will die ausgewanderten Bürger zurück nach Rumänien holen“, schreibt die Deutsch-Rumänische Gesellschaft auf Checkpoint-Nachfrage. „Damit hat er auch in Berlin viele Wählerinnen und Wähler überzeugen können, die sich vom rumänischen Staat vergessen fühlen.“ Insgesamt habe das Wahlergebnis gezeigt: „Der Frust in der rumänischen Community ist groß.“ Und Europa bleibt ein fragiles Gebilde.