Michael Müller verkauft Freundschaftsarmbändchen
Er wolle „auf keinen Fall zu Hause auf dem Sofa sitzen“, sagte der ehemalige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), nachdem er bei der Bundestagswahl im Februar sein Mandat und damit das letzte politische Amt verloren hatte. Und der 60-Jährige hält Wort: Sein altes Wahlkreisbüro an der Bleibtreustraße 33 in Charlottenburg nennt sich nun „Die Setzerei“ und soll zum „Begegnungsort für Politik, Kultur und Gespräche“ werden. Nächster Termin: Am Freitag, 27. Juni liest der frühere BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven aus seinem Buch „Putins Angriff auf Deutschland – Desinformation, Propaganda, Cyberattacken“.
So ganz von allein finanziert sich die Sache allerdings nicht. Dafür hat sich Müller ein ausgeklügeltes Sponsoringsystem mittels Freundschaftsarmbändchen ausgedacht. Wer einmalig 25 Euro zahlt, erhält dafür immerhin ein violettes Bändchen und „auf Wunsch eine Auszeichnung als Freund“. Für 50 Euro im Monat gibt’s neben einem grünen Band die „Auszeichnung als Freund“ und auch die „Einladung zu exklusiven Veranstaltungen“. Bei stolzen 250 Euro monatlich zum roten Armband zudem die „exklusive Auszeichnung als Freund“, Möglichkeit zur Mitgestaltung und Zugang zu weiteren „Sonderformaten“. Welche bleibt offen. Aber bei dem Preis wird es sich wohl lohnen. Denn das hat Müller aus seinen aktiven Jahren nicht vergessen: In der Politik gibt’s Freundschaft nicht umsonst.