Die Polizei hat die größten Stromfresser von Berlins öffentlichen Gebäuden
Wegen der Energiekrise will die Hauptstadt jede zehnte Kilowattstunde einsparen. Großes Potenzial bieten landeseigene Liegenschaften. Der Energie-Check von Daniel Böldt
Zehn Prozent seines Energieverbrauchs will Berlin aufgrund der aktuellen Energiekrise einsparen. Wie das gehen soll, darüber zerbricht sich gerade eine Arbeitsgruppe des Senats die Köpfe. Aber wie viel Energie verbraucht das Land Berlin überhaupt? Ein großer Batzen fällt auf die öffentlichen Gebäude der Stadt. Da lohnt also ein Blick auf die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die insgesamt 1568 landeseigene Gebäude der Stadt verwaltet, darunter Berufsschulen, Feuerwehren, Gerichte und die Hauptverwaltungen des Senats.
Im Jahr 2019 (aktuellere Zahlen gibt es nicht) lag der Endenergieverbrauch dieser öffentlichen Gebäude bei rund 610.000 Megawattstunden (MWh) – aufgeteilt auf 470.000 MWh Wärmeenergie und 140.000 MWh Strom. Zum Vergleich: der jährliche Pro-Kopf-Stromverbrauch liegt deutschlandweit im Schnitt bei 6,6 MWh (laut Statista, für 2020).
Damit ist auch klar: Nur mit dem Ausknipsen von ein paar Lichtern an Sehenswürdigkeiten werden die Einsparziele des Senats kaum erreicht werden können. Zugleich dürften die Einsparungen des Senats vor allem symbolischen Wert haben. Der Stromverbrauch der öffentlichen Gebäude entspricht ungefähr einem Prozent von dem, was die gesamte Stadt an Strom im Jahr verbraucht.
Spitzenreiter beim Energieverbrauch sind übrigens die von der Polizei genutzten Gebäude. Laut BIM liegt das am unzureichenden Sanierungszustand, der energieintensiven Anlagentechnik sowie dem 24/7-Betrieb. Wenn wir die Polizei wären, würden wir jetzt gerne einmal den Energieausweis sehen!