Mehr Wolkenkratzer in Berlin? Das sagen Berliner zur Zukunft der Berliner Skyline
Berlins Regierender zeigt sich auf seiner US-Reise inspiriert von der New Yorker Skyline. Doch sind mehr Wolkenkratzer in Berlin eine gute Idee? Unsere Leser haben eine Tendenz. Von Robert Ide.
Wie hoch hinaus will Berlin? Diese Frage stellen Architektinnen und Stadtplaner schon lange; nun hat sie Kai Wegner (CDU) bei seiner US-Reise wiederentdeckt: Braucht Berlin mehr Wolkenkratzer? Unsere Leserinnen und Leser sind von der Idee nicht so aufgekratzt. „Bestimmt träumt mancher Politiker von seinem Tower, ähnlich, wie es einen Trump Tower gibt. Ich denke aber, Wolkenkratzer würden Berlin verschandeln”, meint Leser Erik A. Leserin Yvonne H. empfiehlt dem Regierenden Bürgermeister einen anderen Blick auf die eigene Stadt: „Herr Wegner sollte sich mal öfter von außerhalb mit dem Auto Berlin nähern. Von weiten kann man da aus vielen Richtungen die Skyline mit dem gut sichtbaren Fernsehturm sehen.” Diese Skyline sei einmalig – ein Wolkenkratzer würde sie kaputt machen.
Mit der Stadtnatur argumentiert dagegen Jeanette K.: „Berlins Plus sind die Bäume, die Parks, die Grünanlagen, die Uferzonen. In Berlin prägen Straßencafés und bunte Mischungen das Stadtbild. Das sollte sich Berlin erhalten.” Und Rüdiger D. gibt zu bedenken: „Wer weitere Verdichtung wünscht, hat von Klimawandel und Klimakrise nichts mitbekommen oder ist ein guter Verdränger.“ Andererseits müsste Berlin, würde es in die Höhe bauen, nicht in der Fläche verdichten. „Berlin könnte auch ein paar Wolkenkratzer vertragen“, meint deshalb Daniela Westrup. Auch Anneli Schwarz befürwortet neue Hochhäuser, „allerdings keine 0-8-15 Bauten wie am Breitscheidplatz, sondern ausgefallene“.
Derzeit überarbeitet der Senat sein Hochhausleitbild. „Das Bauen in die Höhe kann einen Beitrag dazu leisten, der Nachfrage nach Wohnraum zu begegnen“, sagt Martin Pallgen von der Stadtentwicklungs-Verwaltung dem Checkpoint. „Auch bei der Frage nach dem Flächenverbrauch können Hochhäuser die richtige Antwort geben.“
Wie und wo Berlin in die Höhe wachsen könnte, diskutieren wir auch in unserer Tagesspiegel-Reihe „Stadt im Gespräch – Berlin im Wandel“. Am kommenden Montag ab 19.30 Uhr laden wir gemeinsam mit der Architektenkammer in die Urania zum Streitgespräch über Berlins Hochhäuser. Es diskutieren unter anderem Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt sowie der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf Christoph Brzezinski (CDU), es moderiert diesmal mein Kollege Christoph Kluge. Der Eintritt ist frei, und neue Ideen für unsere Stadt sind wie immer willkommen.