Eisbär Knut seit zehn Jahren tot
Hey, wir woll’n den Eisbär seh’n: So sang Berlin vor gerade erst, naja, doch inzwischen schon zehn Jahren und verfiel in eine heiße Liebe zum eiskalten Eisbären Knut (Rückblick hier). Am 19. März 2011 verstarb der Fellfreund der Stadt im Zoo – und Berlin fiel in Trauer, die fast die Katastrophe von Fukushima zu überdröhnen drohte. Tagesspiegel-Karikaturist Klaus Stuttmann zeichnete damals den Tod, der Überstunden macht (siehe unten) – und löste damit einen der heftigsten Karikaturenstreits beim Tagesspiegel aus.
Denn viele Leserinnen und Leser waren nicht amüsiert über den vom Tode gezeichneten Kuschel-Eisbären. „Ich fand den Hype um Knut übertrieben“, erinnert sich Klaus Stuttmann heute. „Deshalb hab‘ ich ihn wohl auch in den Zusammenhang mit dem Sterben in Fukushima, Jemen und Syrien gesetzt, um durch eine ironische Gleichsetzung auf das Unvergleichliche hinzuweisen.“ Karikaturen sind kritische Kommentare zur Zeit – und gerade deshalb oft zeitlos. So, jetzt ist mal Knut.