Senat lässt Berlin beim „Public Wifi“ warten
WLAN-Hotspots, die kostenlos und überall zugänglich sind, wurden in Berlin vor einem halben Jahr abgeschafft. Nun soll es sie „schnellstmöglich“ wieder geben. Von Lorenz Maroldt und Joana Voss
Das alte Fußballermotto „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“ (Jürgen „Kobra“ Wegmann) trifft auch auf Berlins WLAN-Sorgen zu – wir schauen dazu erstmal auf die offizielle Reklameseite des Senats. Unter dem Stichwort „Public Wifi Berlin“ finden wir dort folgenden schönen Satz:
„Berlin versteht sich als moderne, weltoffene Metrolpole (sic!). Da darf kostenloses öffentliches Internet natürlich nicht fehlen.“
Natürlich nicht! Was wären wir denn sonst für eine Metrolpole… Nur geht leider gerade das kostenlose öffentliche Internet nicht, auch wenn es das ja eigentlich nicht darf (aber hier machen ja eh alle was sie wollen, oder auch nichts). Genauer gesagt: Seit Ende vergangenen Jahres geht es nicht. Damals kündigte Regiermeisterin Franzi I. eine „Überführung in den Regelbetrieb“ an, und zwar „schnellstmöglich“. Wir haben mal die Innenverwaltung nach dem Stand von „schnellstmöglich“ gefragt – hier die Antwort (Zusammenfassung):
1. Übernahme der Zuständigkeit von der Senatskanzlei in Q2 erfolgte „ohne Personalressourcen“. 2. „Im Rahmen der vorläufigen Haushaltswirtschaft konnten bisher keine Aufträge erteilt werden.“ 3. „Die Vergabe befindet aktuell in der Planungs- und Vorbereitungsphase.“ 4. „Eine Ausschreibung ist zum aktuellen Zeitpunkt zeitlich konkret nicht abschätzbar.“ 5. „Derzeit können noch keine Aussagen über den Zeitpunkt einer Inbetriebnahme gemacht werden.“