Das echte Drama beim Berliner Fernsehsender: RBB-Affäre um Schlesinger geht auf Kosten der Mitarbeiter
Im Skandal um ihre Ex-Chefin sind die Journalisten vom RBB die Leidtragenden. Sie müssen den Ruf des Senders wiederherstellen – ganz ohne Boni. Ein Kommentar. Von Robert Ide
Wir schalten um zum RBB und der neuesten Folge des Fernsehdramas um die Verschwendung öffentlich-rechtlicher Gebührengelder: Die frühere Intendantin Patricia Schlesinger, zuletzt mit einem Jahresgrundgehalt von 303.000 Euro plus Bonuszahlungen ausgestattet, wurde am Montagabend vom Verwaltungsrat fristlos entlassen. Der geschäftsführende Intendant Hagen Brandstäter hat sich für mehrere Wochen krankschreiben lassen. Zuvor war er für die schleppende Aufklärung der Affäre kritisiert worden. Die Vorsitzende des Rundfunkrats, Friederike von Kirchbach, ist zurückgetreten. Zuvor war bekannt geworden, dass sie als Pfarrerin zwei Frauen aus der Chefetage des RBB kirchlich getraut hatte. Der kommissarische ARD-Vorsitzende Tom Buhrow hat wissen lassen, die anderen ARD-Anstalten hätten „kein Vertrauen mehr“ in die RBB-Geschäftsleitung. Der WDR-Intendant ist weiterhin mit einem Jahresgrundgehalt von 413.000 Euro ausgestattet. Fortsetzung folgt – auf Kosten der Mitarbeitenden, die ohne Bonuszahlungen und Massagesitze in Dienstwagen den Sender wieder flott machen sollen.