Jury ignoriert Anwohnervorschläge
Die vormalige Geheimjury Afrikanisches Viertel, zusammengesetzt von Stadträtin Sabine Weißler, hat die Anwohnervorschläge bei ihrer Prioritäts-Entscheidung („Gruppe A“) komplett ignoriert: Keiner der drei Nr.1-Namen (Yaa-Asantewaa-Platz statt Nachtigalplatz, Martin-Dibobe-Straße statt Lüderitzstraße und Nzinga-von-Matamba-Allee statt Petersallee) findet sich auf der Liste der Top-10-Vorschläge mit Mehrfachnennungen. Zusammen waren die 3 von der Jury favorisierten Namen, darunter die Sklavenhändlerin Nzinga, nur 5 Mal genannt worden. Erst in der „B“-Variante kommen die beiden meist-vorgeschlagenen Namen (mehr als 50 Nennungen) vor: Miriam Makeba und Wangari Maathai. Nelson Mandela (Vorschlagsplatz 3, aber noch nicht „5 Jahre tot“) fiel ebenso durch wie Adolf Lüderitz (Platz 4, aber der soll ja weg). Nach der letzten Jurysitzung wurde schriftlich festgehalten: „Jeder Name ist ein Vorschlag von Bürgerinnen und Bürgern und wurde ernsthaft und ausführlich besprochen.“ Hm, vielleicht sollte das alte Palast-Schild „ZWEIFEL“ ja doch nicht am Schloss installiert werden, sondern als Wanderpokal an die Bezirksrathäuser gehen (Q: Juryunterlagen).