Berlins letzte Grillwalker: Wandelnde Würstchenbuden als Auslaufmodell
Bratwürste für rund zwei Euro verkauften die mobilen Würstchenbuden, die sich vor allem in den 2000er- und 2010er Jahren rund um den Alexanderplatz tummelten. Wo sind sie hin? Von Jessica Gummersbach.
Jetzt geht’s um die Wurst: Wo sind eigentlich die Grillwalker geblieben? In den 2000er- und 2010er Jahren wuselten sie scharenweise über den Alexanderplatz, halb Mensch, halb Grill, verkauften Bratwürste für zwei Euro und weniger. Der Reiseführer „Lonely Planet“ empfahl noch 2018: „Halten Sie einen Grillwalker an“. Heute sind die wandelnden Würstchenbuden kaum noch zu sehen.
Ein Fall für die Liste der bedrohten Berliner Arten? Durchaus, bestätigt das Bezirksamt Mitte auf Checkpoint-Nachfrage: In den vergangenen Jahren seien die Genehmigungen „deutlich rückläufig“ gewesen und nun auf einem Tiefpunkt. „Vom Straßen- und Grünflächenamt gibt es derzeit eine gültige Genehmigung.“ Das bedeutet: Theoretisch dürfte in Mitte nur noch ein einziger Grillwalker (legal) unterwegs sein. Bertram Rohloff, Chef der Firma „Grillwalker“, die die Umhänge-Grills vertreibt, schätzt die Zahl sogar auf „eher null“. Drei Geräte verkaufe er inzwischen pro Jahr, die Nachfrage sei seit Corona gesunken. Das liege auch an bürokratischen Hürden.