„Mehr als 600 laufende Meter Akten und Bücher“: Komische Oper sucht Umzugsfirmen für Umsiedlung ins Berliner Schillertheater
Der Stuck bröselt langsam von der Decke. Höchste Eisenbahn also für die Komische Oper ihren Umzug zum Interimsspielort am Ernst-Reuter-Platz zu planen. Von Robert Ide
Das kann einem schon komisch vorkommen. Wer in der Komischen Oper sitzt, um etwa die mit fantastischen Filmeffekten inszenierte „Zauberflöte“ zu sehen (Trailer hier), muss sich nach der Decke strecken. Denn die prachtvolle Stuckdecke über dem mächtigen Kronleuchter macht sich langsam locker und wurde deshalb abgehängt. „Die Saaldecke ist provisorisch mit einem Netz gesichert, aber nicht einsturzgefährdet“, versichert Anja Scholtyssek von der Komischen Oper auf Checkpoint-Nachfrage. Nach einem Gutachten im vergangenen Sommer untersuche nun die Denkmalpflege, „wie im Detail mit der Restaurierung des Stucks umgegangen wird“. Das sollte schnell gehen – schließlich zieht bald die ganze Oper um.
Das schöne Haus der leichten Unterhaltung sucht gerade Umzugsfirmen für einen „Vorumzug 1 im Mai“, einen „Vorumzug 2 im Juni“ sowie den Ende Juni geplanten „Hauptumzug“. Ab dem Sommer soll die Komische Oper dann im Schillertheater am Ernst-Reuter-Platz gastieren – so lange, bis das eigene Gebäude Unter den Linden vollständig saniert und erweitert worden ist. „Wir gehen von fünf bis sechs Jahren aus“, sagt Scholtyssek. Inbegriffen im Umzug sind laut Ausschreibung „Ein- und Auspackleistungen von mehr als 600 laufenden Metern Akten und Büchern“. Auch leichte Arien können ganz schön schwer sein.