Sprühkreide und Spießer in der Sredzkistraße
Harmonisch ging es dieser Tage auch in Prenzlauer Berg zu. Die Sredzkistraße am Kollwitzplatz ist seit einer Woche komplett für den Autoverkehr gesperrt, rot-weiße Baken wurden aufgestellt in Vorbereitung auf Bauarbeiten. Doch wie so oft in Berlin passierte daraufhin erstmal: nichts. Das nutzten Anwohner, um ein kleines, spontanes Straßenfest zu organisieren: Jugendliche sprühten Slogans wie „Wem gehört die Stadt“ und „Bärlin für alle“ und „Hier könnte ein Baum stehen“ auf den Asphalt, es kamen Musiker dazu, Kinder fuhren Fahrrad. Was für ein unfassbarer Platz war da auf einmal ohne die parkenden und fahrenden Autos?
Doch schon rief jemand die Polizei, Passanten meckerten: Wer soll das wieder abwaschen?! „Sprühkreide!“ beruhigte, mittendrin, unsere Kolumnistin Aline von Drateln, „der nächste Regen wäscht es wieder ab.“ Davon gab es gestern mehr als genug. Zurück bleibt eine graue Straße und eine fassungslose Kolumnistin: „Wenn die Autos hier alles verstopfen, stört sich niemand daran – aber an etwas Sprühkreide. Willkommen in Berlin!“