Personalmangel in den Bezirken: Stellenbesetzungen müssen teils mehrfach wiederholt werden
Im Bezirksamt Treptow-Köpenick fehlen etwa 260 Stellen, die teilweise ein Jahr unbesetzt bleiben. Besonders schlimm ist die Situation bei den Sozialämtern. Von Anke Myrrhe, Ann-Kathrin Hipp und Florian Papenhausen
Über nicht weniger als tausend offene Stellen hatten wir hier im Checkpoint am Mittwoch berichtet. Stark betroffen: das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi), das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) sowie die Bezirksämter Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick. Wie die damit umgehen? Zumindest zwei bleiben entspannt. LaGetSi und LaGeSo teilen mit, die Stellen seien „nur nominell unbesetzt“, und würden zum Beispiel für als „Landeplätze“ nach der Ausbildung benötigt. Die Beschäftigungsquote sei „positiv zu bewerten“ (LAGeSo).
Anders in den Bezirken: In Treptow-Köpenick sind 260 Stellen nicht besetzt, davon etwa die Hälfte „seit fast einem Jahr“. In Charlottenburg-Wilmersdorf fehlen laut Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch (Grüne) derzeit 233 „Vollzeitäquivalente“, darunter 17 Leitungsstellen und knapp 94 Vollzeitkräfte „in Bereichen mit direktem Bürgerkontakt“, also etwa im Bürgeramt oder Jugendamt. Rund 10 Prozent der Verfahren müssten – teils auch mehrfach – wiederholt werden, „da sich entweder keine geeigneten Bewerbungen finden oder Stellen nach Auswahlverfahren nicht besetzt werden können“.
Und die Sozialämter rufen mal wieder um Hilfe: In einem Brandbrief, den die zwölf Sozialstadträte der Bezirke an die Finanzverwaltung geschrieben haben, ist von einem Bearbeitungsrückstau von mehreren Hundert Fällen die Rede (Q: Morgenpost). Menschen müssten teils ein halbes Jahr auf Unterstützungsleistungen warten. Der Grund, natürlich: Personalmangel.