„Horrorhaus“ in Schöneberg: Zehn Jahre später spukt es weiter

Schon 2015 war ein Altbau in bester Wohnlage in der Grunewaldstraße verwahrlost. Viele Probleme wurden offenbar nie beseitigt. Viele Anwohner beschweren sich seit Jahren. Von Jessica Gummersbach.

„Horrorhaus“ in Schöneberg: Zehn Jahre später spukt es weiter
Imago / Schöning

Anderes Thema: Vor zehn Jahren schockierten die Zustände im „Horror-Haus“ in der Schöneberger GrunewaldstraßeBerlin: Der Altbau in bester Wohnlage war verwahrlost, der Innenhof aufs Übelste vermüllt. Bewohner vermuteten, dass der Eigentümer gezielt „entmieten“ wollte, um das Gebäude luxussanieren zu können. Heute herrschen auf den ersten Blick keine unhaltbaren Zustände mehr, saniert wurde jedoch augenscheinlich nicht. Hauseingang und Hinterhof wirken trostlos, die Fassade bröckelt.

Auf Checkpoint-Nachfrage schreibt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, der Eigentümer habe mehrfach gewechselt, der aktuelle übernahm 2020. Viele Probleme wurden offenbar nie beseitigt: Eine undichte Gasleitung musste zwischenzeitlich abgestellt werden, im Winter häufen sich Wasserrohrbrüche. Regelmäßig würden Heizkörper aufgestellt, so konnte erreicht werden, dass sich die Lage „nicht weiter verschlimmert“. Die letzte Genehmigung zur Sanierung wurde im März 2024 erteilt. Aktuell würden „Einzelabstimmungen“ laufen.

Mehrere Mieter beschweren sich seit Jahren über Mängel und unlautere Methoden des Vermieters, schreibt der Berliner Mieterverein auf CP-Anfrage: Schlösser würden ausgetauscht, kaputte Wasserleitungen nicht repariert. Es entstehe der Eindruck, dass sie rausgedrängt werden sollen. Klingt, als sei der Spuk noch nicht vorbei.