Barbetreiberin in Brief an Senat – „Diese Öffnung ist eine Farce“

Viele Berliner Gastronomen fühlen sich vom Senat im Stich gelassen. Eine hat nun einen wütenden Brief geschrieben. Von Anke Myrrhe

Barbetreiberin in Brief an Senat – „Diese Öffnung ist eine Farce“
Foto: Rebecca Staszek

Draußen auf den Straßen jedenfalls macht sich der Eindruck breit, dass nicht alle Branchen gleich wichtig sind. Was die neuen Vorschriften für Barbetreiber bedeuten, hat Susanne Baró Fernández nun in einem offenen Brief an den Senat formuliert, Titel: „Diese Öffnung ist eine Farce.“ Darin beklagt die Betreiberin des Timber Doodle in der Wühlischstraße 37 in Friedrichshain vor allem schlechte Kommunikation und unverständliche Regeln. Sie habe trotz genauer Lektüre aller Verordnungen erst mit vier Wochen Verzögerung überhaupt verstanden, dass die Abstandsregel auch am Tisch gilt. „Was für Tische, geschätzter Senat, sollen wir denn haben? Standardtische der Gastronomie sind 60x60cm oder 120x60cm. Nicht einmal eine Standardbierzeltgarnitur mit 220x50cm würde in der Diagonale 1,5m bringen, wenn wir die je obligatorische 43cm Sitzfläche abziehen.“ So sei diese Öffnung faktisch eine Teilschließung.

„Warum also verfügt man eine Verordnung, die so offenkundig gebrochen wird, und aufgrund ihrer Unklarheit gebrochen werden musste?“, schreibt Baró Fernández. „Man fühlt sich als Gastronom von der Stadt nicht gewollt und ein Stück weit zum Narren gehalten. Hätten sie unsere Läden länger geschlossen, und die Soforthilfen verlängert, wir hätten es verstanden. Wir hätten weiter versucht, durchzuhalten. Aber so ist die Öffnung eine Farce und ein grob unverständlicher Versuch, die Gastronomie wieder hochzufahren. Was wir uns stattdessen gewünscht hätten, wären klare, ehrliche Worte und verständlich kommunizierte Regeln gewesen.“ Der Zug ist abgefahren.