„Braucht niemand“: Wegner empört über Veranstaltung „Decolonizing Christmas“

Aber was war da eigentlich los? Ein blonder Theologiestudent und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Institut für islamische Theologie der HU sprachen laut „Welt“-Bericht vor etwa zehn Besuchern über Migration und Perspektivwechsel, auch der Coca-Cola-Weihnachtsmann kam vor, Islamkritik nicht. Was nach einer naiven Sammlung mit steilen Thesen und stark verunglücktem Titel klingt, rief allerdings Seyran Ateş auf den Plan – und zeigt die tiefere Problematik. Die Gründerin einer liberalen Moschee kann seit Jahren nur mit Polizeischutz auf die Straße gehen, weil sie Morddrohungen von radikalen Muslimen erhält. Wegen islamistischer Terrorbedrohung ist die Moschee seit zwei Jahren geschlossen.

Ateş zeigte sich entsetzt von der Ankündigung der Veranstaltung: Es werde versucht, das Christentum zu „deinstallieren“, sagte sie. „Anders kann ich es nicht bezeichnen.“ Man erlebe an Schulen in Deutschland, dass sogenannte Traditionen des Islams wie Geschlechtertrennung, Halal-Essen oder das Tragen eines Kopftuchs durchgesetzt würden, während parallel dazu „Menschen Weihnachten abschaffen“ wollten. Das Berliner Forum der Religionen stellte am Nachmittag klar, dass dieser Satz niemals gefallen sei, gestand aber ein, dass der Titel „vielleicht zu provokant formuliert“ gewesen sei.

Da der Verein mit 80.000 Euro im Jahr vom Senat gefördert wird, äußerte sich der Regierende Bürgermeister mit dem C im Parteinamen gestern Nachmittag – ebenso wie Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson. Was sie zu sagen hatten und wie es nun mit der Ausstellung weitergeht, lesen Sie heute in der Checkpoint-Vollversion.

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