Diskussion um geplante Einzäunung: Wegner sieht Central Park als Vorbild – Antje Kapek fürchtet Verlagerung der Kriminalität

Berlin streitet über die Zukunft des Görlitzer Parks. Der Senat will ihn einzäunen und nachts abschließen. Doch Anwohner sehen darin eine Gefahr: Dealer könnten sich im Kiez ausbreiten. Von Robert Ide.

Diskussion um geplante Einzäunung: Wegner sieht Central Park als Vorbild – Antje Kapek fürchtet Verlagerung der Kriminalität
Foto: dpa/Jörg Carstensen

Wenn der Görlitzer Park eines sicher nicht ist, dann so sicher wie der Central Park in New York. Der Drogen- und Kriminalitätshotspot von Kreuzberg soll deshalb zum Jahreswechsel einen Zaun bekommen. „Der Central Park galt früher als der unsicherste Park der Welt, dann wurde er umzäunt und nachts abgeschlossen“, sagt Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und folgt Empfehlungen von Ermittlern, die in der bisherigen Steinmauer am Görlitzer Park ein Versteck für kriminelle Geschäfte erkennen. Grünen-Politikerin Antja Kapek, die mit ihrer Familie in Parknähe wohnt, hält von diesem Vorgehen nichts. „Lösen sich die illegalen Drogenhändler in Luft auf, wenn da ein Zaun steht und Kameras hängen?“, fragt Kapek am Checkpoint-Telefon und gibt gleich die Antwort selbst: „Natürlich nicht. Das Problem wird sich in die Hauseingänge und Treppenhäuser am Park verlagern und für die Anwohnenden sogar noch verschärfen.“

Dem Vorwurf, der von den Grünen regierte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg habe dem Drogenhandel im Park zu lange zugesehen, tritt Kapek entgegen. „Drogenhandel verschwindet nicht, indem man ihn verbietet. Es braucht eine andere Drogenpolitik der Bundes mit legalen Druckräumen und Fixpunkten für Abhängige. Die Polizei kann am Ende nur Symptome bekämpfen.“ Wegner dagegen hat eine Hoffnung, die über den neuen Zaun hinausreicht: „Heute ist der Central Park nachts nicht mehr abgeschlossen – und zu einem der sichersten Parks geworden.“

Wird man das jemals einmal über den Görlitzer Park sagen können? Was denken Sie?