Schulen in Berlin sollen sich spontan in Vergabeverfahren einarbeiten
Bildungsverwaltung, ITDZ und Vergabekammer konnten sich nicht einigen – deswegen muss nun jede Schule einzeln digitale Tafeln bestellen. Aus dem Checkpoint von Lorenz Maroldt
Apropos Anforderungen: Weil die Vergabekammer eine fehlerhafte Ausschreibung des ITDZ kassiert hat (Sie erinnern sich? Das ITDZ ist die landeeigene Bastelbude, die nach Ansicht ihres Chefs „zu langsam, nicht exakt genug und schlecht organisiert“ ist; CP vom 10.03.), sind die Berliner Schulen gezwungen, dringend benötigte digitale Tafeln über ein aufwändiges Verfahren selbst zu bestellen – jede für sich. Ein Schulleiter schreibt uns dazu: „Wir müssen uns jetzt in die e-Vergabe einarbeiten oder weiter mit Kreide schreiben. Wenn wir auf das nächste Jahr warten, weiß niemand, ob die Mittel aus dem Digitalpakt dann auch noch da sind.“
So richtig verantwortlich dafür ist in der Hauptstadt der organisierten Unzuständigkeit aber natürlich mal wieder niemand. Beim beliebten Behördenpingpong fliegt das Bällchen zwischen der Bildungsverwaltung, die eine einheitliche Ausstattung wollte, dem so genannten „IT-Dienstleistungszentrum“, das zentral bestellen sollte, der Vergabekammer, der die Ausschreibung zu produktbezogen war, und den Schulträgern, die in der Bezirksliga spielen, wild hin und her. Es kommentiert Iryna Tybinka: „In Sachen Digitalisierung ist die Ukraine ein äußerst modernes Land.“