Spandauer Senioren fordern bessere Bürgersteige
Quer hängende Äste, abgelegte Schilder und kaputte Wege: Für Gehende läuft es in Westberlin schlecht. Die Seniorenvertretung plädiert nun für eine Mobilitätswende. Von Robert Ide
Huch, über was stolpern wir denn da? Ein hochstehender Stein, ein quer hängender Ast, ein abgestellter E-Roller, ein abgelegtes Baustellenschild. Berlins Bürgersteige sind zum Wegrennen, wie ich im Checkpoint-Essay beklagt habe (nachzulesen hier). Aus Berlins Bezirken gab es viele Reaktionen und noch mehr gute Beispiele für schlechte Gehwege. „Wir kennen Rollstuhlfahrer, die wegen blockierter Wege seltener draußen unterwegs sind“, erzählt Karl-Heinz Klocke von der Spandauer Seniorenvertretung. An den Bushaltestellen stapelten sich E-Roller, „die werden einfach auf den Bürgersteig geschmissen“.
Für Gehende läuft es auch in Spandau nicht. Eineinhalb Jahre hat es gedauert, um für ein Stück Gehweg an der Gatower Straße ein Fußgängerschild aufzustellen – davor wurden hier laut Klocke „Kinder auf dem Schulweg von Radlern umgebrettert“. In der Nähe eines Seniorenheims in der Spandauer Wasserstadt warte man seit zwei Jahren auf einen Zebrastreifen. „Der ist bewilligt, aber nicht zu sehen“, beklagt Klocke. Vielleicht hakts im Berliner Verkehr vor allem an einem: gutem Willen.