Ist das so schlau, dass Hertha BSC ein neues Stadion erhalten soll?

Nicht nur Berlins Sportsenatorin Iris Spranger will für den Fußballverein neu bauen. Auch die Grünen sind dafür – was ziemlich überrascht. Ein Kommentar. Von Julius Betschka

Ist das so schlau, dass Hertha BSC ein neues Stadion erhalten soll?
Die Luftaufnahme zeigt das Olympiastadion und den umliegenden Olympiapark. (Archivbild) Foto: Ole Spata/dpa

Beton statt Grün: Nördlich vom Maifeld will Sportsenatorin Iris Spranger ein neues Stadion für Hertha BSC bauen lassen. Den Neubau unterstützen jetzt auch die Grünen. Das sagte Hertha-Mitglied und Fraktionschef Werner Graf dem Tagesspiegel am Wochenende (für Abonnenten hier). Für die Grünen müsste das Stadion allerdings ökologisch sein (also schon mal kein Kunstrasen …) und darf nicht vom Steuerzahler finanziert werden. Soweit, so Hurra-Stimmung. Auch sportlich läuft es ja unter Felix Magath wieder ganz okay bei Hertha BSC. Das alte Stadion wollte der Verein mit einer Freikartenaktion am Wochenende vollkriegen. Die SZ kommentiert: „Voll wurde das Stadion trotz frühlingshaftem Wetter freilich nicht.“ Ja, freilich.

Gut, in diese Stimmung hinein mal nachgefragt: Berlin stellt also einem von einem windigen Investor finanzierten Fußballverein eine Fläche zur Verfügung, auf der der Verein den knappen Platz in der Stadt mit einer weiteren Betonschüssel direkt neben einer schon vorhandenen größeren Betonschale zupflastert, weil der Verein die größere Betonschale – die nun für die nächste Europameisterschaft modernisiert wird und die dann ihren Hauptmieter verlieren würde – wegen allgemeiner Erfolglosigkeit nicht vollbekommt? Und das unterstützen selbst die Grünen, die sonst wegen Eidechsen oder dem Wunsch nach „Tempelhofer Freiheit“ Wohnungsbauten verhindern? Nennen Sie mich miesepetrig, aber so ganz erschließt sich mir das nicht. Wie sehen Sie das? Das interessiert uns.