Wahlkampf auf Senatskosten beim „Freedom Dinner“ in Berlin

Mit einer VIP-Einladung und einem verräterischen Social-Media-Post ging Franziska Giffey beim Tegeler Gratis-Essen auf roten Stimmenfang. Aus dem Checkpoint. Von Anke Myrrhe

Wahlkampf auf Senatskosten beim „Freedom Dinner“ in Berlin
Ex-Familienministerin und Berliner SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey Anfang August. Foto: Metodi Popow/Imago

Derzeit liegt einiges an Liebe in der Luft. SPD-Bürgermeisterkandidatin Fanziska Giffey hat ihre roten Herzen breit über die Stadt verteilt und hofft auf Erwiderung (Liebesbriefe nimmt sie wie alle anderen am 26. September entgegen). Wie praktisch, dass das Land Berlin da extra am Wochenende ein fröhliches Date mit echten Berlinerinnen und Berlinern veranstaltet hat, Motto: Berlin loves you. Natürlich ging es bei dem Event auf dem ehemaligen Flughafen Tegel, das sich der Senat eine halbe Million Euro aus Steuergeldern kosten ließ, nicht um Giffey (die als einzige der Landesvorsitzenden eingeladen war) oder gar den Wahlkampf der SPD, sondern um freshe Imagebilder, die ein Zeichen in die Welt senden sollten, wie es Visit-Berlin-Sprecher Christian Tänzler ausdrückt, „dass wir als Gastgeber wieder da sind. Es ging darum, ein Lebenszeichen aus Berlin zu senden. Das ist uns gelungen.“

Fotos sollten ebenso eifrig sozialmedial geteilt werden wie ein knalliger, knapp 50-sekündiger Drohnenfilm – was auch Franziska Giffey gestern tat. Nur dass sie dabei erneut etwas zu viel roten Wahlkampf auf Flugfeld brachte. Sie löschte den Eintrag wieder und erneuerte ihn einige Stunden später – diesmal ohne ihre Wahlkampfslogans: „Offen für Gäste. Offen für Neues. #ganzsicherberlin #herzenssacheberlin.“ So frisch verliebt kann einem schon mal der Kopf schwirren.