Neue Stabsstelle Bildungsverwaltung in Berlin: Stellen sollen nicht ausgeschrieben werden

Die neue „Stabsstelle für Politische Bildung und Demokratieförderung“ sucht Mitarbeiter. Laut Senat werden die Positionen nach einer Musterausstattung eingerichtet, ohne Stellenanzeigen. Von Daniel Böldt

Neue Stabsstelle Bildungsverwaltung in Berlin: Stellen sollen nicht ausgeschrieben werden
Foto: dpa/Annette Riedl

Wir bleiben noch kurz in der Bildungsverwaltung. Die sucht bekanntermaßen nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Mitarbeiter für die neue „Stabsstelle für Politische Bildung und Demokratieförderung“, um den „doch sehr bunten Auswuchs in der Bildungsförderung mehr Steuerung zu geben“ (Günther-Wünsch). Übersetzt heißt das: Der SPD-Murks der vergangenen Jahrzehnte soll beseitigt werden.

Allerdings hat sich die Bildungsverwaltung, wie alle anderen Verwaltungen auch, bereits vor einem Jahr einen neuen Leitungsstab gegönnt. Dass nun noch einmal gut bezahlte Stellen außerhalb der gängigen Verwaltungsstruktur hinzukommen sollen, ruft die Hauptpersonalrätin auf den Plan. „Neue hochkarätige Stellen finde ich angesichts der bevorstehenden Milliarden-Einsparungen erstaunlich“, sagte Daniela Ortmann dem Tagesspiegel.

Mehr noch: Nach Checkpoint-Informationen sollen die Stellen für den Stab, der unter Jugendstaatssekretär Falko Liecke arbeiten soll, nicht ausgeschrieben werden. Die Bildungsverwaltung bestätigt das auf Anfrage. Der Senat habe „eine Musterausstattung von Leitungsbereichen der Senatsverwaltung“ beschlossen, sagte eine Sprecherin dem Checkpoint. „In diesem Rahmen wird auch die Stabsstelle Demokratieförderung und politische Bildung eingerichtet. Demnach ist eine öffentliche Ausschreibung von Stellen nicht erforderlich.“

Gerne würde man in diese Musterausstattung mal reinlesen, um zu erfahren, welche Anforderungen für den Job erfüllt sein müssen. Doch die Verwaltung blockt ab: Das sei nun wirklich vertraulich.