Ost-Frauen top, West-Männer Flop: Berliner Renten im Bundesvergleich
Im Gegensatz zum bundesweiten Vergleich fällt die Rente in Ost-Berlin im Durschnitt höher aus. Der Unterschied ist dabei für Frauen im Rentenalter noch größer als für Männer. Von Christian Latz und Lotte Buschenhagen
Als nächstes zu jenen Berlinern, die das Arbeitsleben schon hinter sich haben. Doch was die Ruheständler der Hauptstadt dafür an Rente erhalten, fällt ziemlich unterschiedlich aus. Anders als im bundesweiten Vergleich ist im Berliner Osten die Rente höher. Bei den Männern bekommen die Rentner im Osten der Stadt mit durchschnittlich 1469,94 Euro Auszahlbetrag 249 Euro mehr als im Westen Berlins. Bei den Frauen ist der Unterschied mit 1319,73 Euro zu 990,50 Euro noch deutlich größer (Q: schriftliche Anfrage Taylan Kurt, Grüne). Wie kommts?
Nachfrage bei Johanes Geyer, Rentenexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Bei den Frauen spielen „die DDR-Biografien und die höhere Erwerbsneigung der Frauen im Osten eine Rolle. Sie arbeiteten häufiger und mehr Stunden.“ Bei den Männern sei der in West-Berlin höhere Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund und ohne deutsche Staatsangehörigkeit entscheidend. „Die haben oft kleinere Renten.“ Insgesamt führt das mit Blick auf die bundesdeutschen Daten der Rentenversicherung zu folgendem Ergebnis: Ruheständlerinnen in Ost-Berlin erhalten durchschnittlich mehr Rente als in jedem anderen Bundesland. West-Berliner Rentner sind dagegen bundesweites Schlusslicht.