Alles Schrott? Warum so viele Auto-Wracks am Columbiadamm stehen
Momentan stehen zwölf Fahrzeuge mit Mängeln am Columbiadamm – vom Ordnungsamt mit einem „Gelbpunkt“ markiert. Bedeutet: Bitte unverzüglich entfernen. Allerdings kann das dauern. Von Anke Myrrhe und Sönke Matschurek.
Während die andere Hälfte Berlins über Parkgebühren diskutiert, gammeln entlang des Columbiadamms Auto-Wracks vor sich hin. Bei vielen fehlen die Nummernschilder, was auf öffentlichen Flächen illegal ist, andere haben eingeschlagene Fenster, Anhänger wurden monatelang nicht bewegt. „Nach unserem Kenntnisstand befinden sich auf dem Columbiadamm momentan 12 Fahrzeuge mit Mängeln“, teilte das Bezirksamt Neukölln auf Anfrage mit. Die habe das Ordnungsamt bereits mit einem „Gelbpunkt“ markiert, von denen allein in Neukölln in diesem Jahr schon 735 verteilt wurden. Heißt: Bitte unverzüglich entfernen, sonst wird abtransportiert nach Lichtenberg. Als wäre das nicht schon Strafe genug, muss der Besitzer die Sache natürlich bezahlen (sollte er aufzutreiben sein). Allerdings ist das mit unverzüglich so eine Sache in Berlin: „Bei ausländischen Fahrzeugen kann die Entfernung bis zu einem Jahr dauern.“
Und was bringt die Leute dazu, ihre Schrottkarren dort abzustellen? „Manchmal ist es einfach Bequemlichkeit“, sagt das Bezirksamt, manche wollten die Verschrottungskosten umgehen. Andere lägen nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus. Und einige Werkstätten „erweitern unerlaubt ihre Gewerbefläche“. Hoffentlich kommt jetzt niemand auf die Idee, daraus eine Perspektive fürs Tempelhofer Feld zu entwickeln.
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